Lass aus Fremden Freunde werden

Monatsspruch März

Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.

– 3. Mose 19, 33

Lass aus Fremden Freunde werden

Der Wahlkampf und die Wahl liegen hinter uns. Ein großes Thema war die Migration. Der Monatsspruch zeigt uns Gottes Sichtweise auf dieses Thema. Israel war selbst fremd in Ägypten oder Babylonien. Israel wusste, wie es sich anfühlt, fremd zu sein. Auch viele unserer Großeltern kennen eigene Fluchterfahrungen. Ich denke beispielsweise an die Fluchtgeschichten aus Schlesien. Ja, wir selbst sind letztlich alle Fremde, und zwar fast überall auf der Welt. In den Medien hören wir manchmal sehr einseitig, wo Migration nicht gelingt. Ich vermisse die vielen guten Beispiele, die zeigen, wie und wo sich Fremde einbringen. In einem Altenhilfezentrum, wo ich tätig bin, arbeiten einige Menschen mit Migrationshintergrund. Ich erlebe das als eine enorme Bereicherung. Dabei sollten wir die Menschen nicht darauf reduzieren, was sie für unsere Gesellschaft bringen. Jeder Mensch ist in Gottes Augen wertvoll und hat eine unverlierbare Würde. Der Monatsspruch ruft uns dazu auf, die Fremden nicht zu bedrücken. Da steckt mehr dahinter, als sich nur passiv zu verhalten. Menschen ergreifen nicht ohne Grund die Flucht. Menschen verlassen nicht einfach so ihre Heimat. Das hat Gründe. Ich finde es beachtens- und schützenswert, dass es bei uns ein Recht auf Asyl gibt. Lasst uns offene Ohren für die Geschichten dieser geflüchteten Menschen haben. Lasst uns sie praktisch unterstützen bei Behördengängen und Alltagsaufgaben. Ladet sie ein, interessiert Euch, bringt sie mit, betet für sie und teilt Eure Zeit mit ihnen. Durch die Unterstützung von Entwicklungshilfeprojekten und ein reflektiertes Einkaufen helfen wir mit, die Welt gerechter zu gestalten. So tun wir auch im Kleinen etwas gegen die Fluchtursachen. In einem Interview wurde ein Kind gefragt, ob es auch Fremde in seiner Kindergartengruppe gibt. Darauf sagte der Junge in etwa, dass es in seiner Gruppe keine Fremden, sondern nur Kinder gibt. Wir sollten die Menschen auch nicht in unseren Köpfen unterteilen und einteilen, denn in Gottes Augen sind wir alle Menschen & Ebenbilder Gottes.

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